Mi25.03.2009:39Fachpresse

Nachhaltig Bauen am Beispiel des Biohotels Gut Sonnenhausen

Von: Thermo Natur

Südöstlich von München liegt ein ganz besonderes Kleinod: Gut Sonnenhausen. Das Bio- und Tagungshotel mit eigenem ökologischem Landbau blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Insbesondere das historische Bauernhaus, dessen Stallteil 2016 einem Brand zum Opfer fiel und in liebevoller Detailarbeit restauriert und wieder aufgebaut wurde.

Das Biohotel Gut Sonnenhausen: Es ging streng ökologisch zu bei der Renovierung eines alten Bauerhauses im Süden von München. Verbaut wurden fast nur Holz, Lehm und gerupfte Jutesäcke. Bild: tdx/Thermo Natur

(tdx) Wer München in Richtung Südosten verlässt, findet sich schon nach wenigen Kilometern in einem ländlichen Idyll wieder, das an Zauber kaum zu überbieten ist. Ausgedehnte Wanderwege, satte Wiesen und Koppeln sowie das oberbayerische Alpenpanorama, das den Weg nach Garmisch und Salzburg weist. Ein wenig scheint es, als sei die Zeit hier stehen geblieben. Insbesondere, wenn man sich Gut Sonnenhausen nähert. Der historische Gestütskomplex zwischen Moosach und Glonn ist heute Bio- und Tagungshotel mit ökologischem Landbau sowie in den ebenfalls von Familie Schweisfurth betriebenen benachbarten Hermannsdorfer Landwerkstätten. Biopionier und Eigentümer Georg Schweisfurth lebt selbst auf dem Gelände und lässt es sich nicht nehmen, über das Wohlergehen der Gäste zu wachen. Ein ganz besonderes Kleinod des Gutshofes ist das historische Bauernhaus aus der Zeit um 1830. Nachdem es 2016 bei einem Brand fast vollkommen zerstört wurde, ließen es die Architekten vonMeierMohr wie Phönix aus der Asche auferstehen. Das neue Juwel liegt mitten auf der Lichtung von Sonnenhausen und es ist genauso geworden, wie der Bauherr es sich gewünscht hat: „einfach anders“!

 

Erst Herrensitz, dann Landwirtschaft, später olympisches Camp und heute Biohotel

 

Bereits im Mittelalter befand sich hier ein Herrensitz, der jedoch gebrandschatzt und zerstört wurde. Wenig später entstand an seiner Stelle ein typisch oberbayerisches Bauernhaus mit kleiner Landwirtschaft, das um 1900 durch einen großzügigen Dreiseithof mit Pferdezucht erweitert wurde. In den 1960er Jahren ließen sich Klosterschwestern im Gestüt nieder, die Milchwirtschaft und Gartenbau betrieben. Etwas später zogen wieder Pferde ein. Während der Olympiade 1972 diente der Gutshof gar als Trainingscamp und Pension für die Turnierpferde. Im Jahr 1985 schließlich erwarb die Familie Schweisfurth das Anwesen, zusammen mit dem nahegelegenen Gut Herrmannsdorf, das in ein Zentrum für lokale und regionale Lebensmittelwirtschaft auf ökologischer Basis verwandelt wurde. Im Spätsommer 2016 – über die Jahre wurden immer wieder Gebäudeteile von Gut Sonnenhausen renoviert und umgebaut – zerstörte ein Brand die Stallungen des ehemaligen Bauernhauses. Nur dort, wo das Bildnis des heiligen Florian, Schutzpatron der Feuerwehr, die Fassade schmückte, verschonten Feuer und Rauch die wertvolle Ostfassade mit der historischen Wandmalerei.

 

Wie Phönix aus der Asche

 

In enger Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Architekten, Statikern und Denkmalpflegern sowie ortsansässigen Handwerksbetrieben wurde das historische Gebäude in liebevoller Detailarbeit zu neuem Leben erweckt und so präsentiert sich das restaurierte Bauernhaus heute wie Phönix aus der Asche. Originalgetreu erstreckt es sich über insgesamt drei Ebenen. Der Farmers Club im Erdgeschoss ist ein offener Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen, Bar und Kunstgalerie in Einem. Bis zu 80 Personen finden darin Platz für ausgelassene Festlichkeiten, vom kulturellen Event über Geburtstagsfeiern bis hin zur feierlichen Hochzeit. Viele wohlgeplante Brüche machen das Interieur lebendig ohne zu überfrachten. Naturmaterialien wie Holz, Ziegel und Lehm bilden eine erdige Bausubstanz. Expressive Kunst, Glaselemente und viel Licht bringen modernen Flair ins Spiel. Die ehemaligen Stalltore sind heute verglast und geben den Blick frei auf die Gartenlandschaft der ehemaligen Schafweide, hin zu den großen Walnussbäumen und weiter bis in das Tegernseer Voralpenland. Durch zwei große Flügeltore gelangt man in die ‚Feuerküche’. Zwei Feuerstellen wie anno dazumal, eine davon offen, die andere geschlossen, verbreiten einen urigen Charme. Hier wird gekocht, gebacken, gebraten und geräuchert. Der historische Wohnteil des Bauernhauses wurde originalgetreu wiederhergestellt. In der großen Stube mit offener Küche wird gemütlich zusammen gesessen – ob tagsüber, abends nach einer Feier oder am Morgen zum Landfrühstück.

 

Von regionalen Gewerken wiederhergestellt repräsentiert es die bäuerliche Baukultur

 

„Respekt für das Alte, also Denkmalschutz, hört nicht beim Renovieren und Bauen auf, sondern umfasst auch die Gestaltung der Räume“, sagt Architekt Stefan Mohr. Deshalb wurde sowohl bei der Bausubstanz als auch bei der Ausgestaltung des Interieurs nichts dem Zufall überlassen. Verantwortlich für die bauliche Umsetzung waren die vonMeierMohr Architekten aus Schondorf am Ammersee. Dass das Bauernhaus heute in neuer Lebendigkeit erstrahlen kann, ist der engen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekten sowie Tragwerksplanern und Denkmalpflegern aber auch ortsansässigen Handwerksbetrieben mit deren Wissen über alte Konstruktionen und Bauweisen zu verdanken. Unter Einhaltung der entsprechenden Auflagen konnte der Wiederaufbau des Stalltraktes zügig und ganz nach den Wünschen des Bauherrn vonstattengehen. Eines der augenscheinlichsten Zeugnisse des Original Bauwerks ist sicherlich das von regionalen Gewerken wiederhergestellte kunstvolle Bundwerk an der Fassade, das die bäuerliche Baukultur des Voralpenlandes repräsentiert. Innen wiederum erinnert der rötlich eingefärbte Estrich an das einstige Mauerwerk aus Ziegel und verleiht dem Raum eine bodenständige, authentische Atmosphäre. Bei der Restauration des Bauernhauses wurde der Nachhaltigkeitsgedanke bis ins kleinste Detail umgesetzt. Nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit steht es heute vorzugsweise für exklusive Tagungen sowie für individuelle Urlaube in einer idyllischen Natur zur Verfügung. Fernab von Lärm und Hektik der Großstadt genießen Gäste hier eine sinnliche Küche voller frischer Zutaten aus eigenem Anbau, ökologisch und verantwortungsbewusst nicht nur der Natur, sondern auch den Menschen gegenüber.

 

Natur pur: Nachhaltige Baustoffe aus Holz, Jute und Lehm

 

Beim Wiederaufbau ging es dem Bauherrn um die Wahrung des historischen Charmes. Ein wichtiges Kriterium war dabei die Verwendung ökologischer und nachhaltiger Rohstoffe. Fast alle Bauprodukte bestehen aus Naturmaterialien wie Holz, Lehm oder Jute. Die Basis der Gesamtkonstruktion bildet eine Holzständerbauweise, sowie im Erdgeschoss Ziegelmauerwerk. Für den Innenausbau wurden Lehmbauplatten sowie Lehmputz in unterschiedlichen Naturfarben verwendet. Jutesäcke, in denen einmal Kaffee- oder Kakaobohnen waren, wurden in Form von Dämmmatten für Wände und Dachschrägen verarbeitet.

 

Alle Zimmer sind mit einem sogenannten Großeschmidt-Heizsystem ausgestattet. Es basiert auf der römischen Hypokaust-Technik. Statt der Innenraumluft werden direkt die Wände erwärmt und gleichzeitig trocken, was deutliche bauphysikalische Vorteile mit sich bringt. Die Heizleitungen werden auf Schilfrohrmatten verlegt und anschließend mit Unterputz aus Lehm verputzt. Abschließend folgt der naturfarbene Edelputz.

 

Upcycling: Jute statt Plastik

 

Natürliche Dämmstoffe laufen den konventionellen Materialien zunehmend den Rang ab. Dies liegt zum einen am gewachsenen Bewusstsein in der Bevölkerung, zum anderen am Preis-Leistungs-Verhältnis. Vor allem Jute kann hier punkten. Der Naturdämmstoff des bayerischen Produzenten Thermo Natur erreicht einer Untersuchung der Materialprüfanstalt Leipzig zufolge mit 2.350 J/(kgK) die derzeit beste spezifische Wärmekapazität. Dies macht sich auch beim sommerlichen Hitzeschutz deutlich bemerkbar. Mit einem gemessenen Lambdawert von 0,0356 W/(mK) erreicht die Jutedämmung sehr gute Dämmwerte.

 

Die ursprünglich für den Transport von Kaffee- und Kakaobohnen genutzten Säcke landen statt in der Müllverbrennung in einer modernen Reißanlage. Die hier gewonnenen Jutefasern werden unter Zugabe von Soda und einer langlebigen Stützfaser zu hochwertigen Matten verarbeitet. So entsteht ein natürlicher Dämmstoff, der die Bestnote „0“ bei Schimmelresistenz erreicht, feuchtigkeitsregulierend und wohngesund ist sowie alle Anforderungen an den baulichen Brandschutz erfüllt.

 

Der Einbau erfolgt ohne lästiges Jucken oder andere Hautreizungen. Thermo Jute ist als Matten- und Rollenware sowie ab Werk auf Maß erhältlich und daher sehr flexibel in seiner Handhabung – bestens geeignet für die Dachdämmung. Aber auch bei Holzbalkendecken sowie Außen- und Innenwänden wird dieser hochwertige Dämmstoff eingesetzt.

 

Neben der guten Dämmwirkung und dem wohngesunden Raumklima überzeugen zahlreiche ökologische Vorteile. Sollte Thermo Jute irgendwann einmal entsorgt werden müssen, ist das problemlos möglich. Da bereits die Herstellung energetisch wenig aufwendig ist, fällt die Ökobilanz ausgesprochen positiv aus. Der Naturdämmstoff ist schnell nachwachsend, das Vorkommen bei einer Weltproduktion an Jutefasern von zwei bis drei Millionen Tonnen pro Jahr schier unbegrenzt.

 

Urbaustoff Lehm

 

Lehm ist der Baustoff, der die Anforderungen an Ökologie und Baubiologie am vollständigsten erfüllt. Das traditionelle Baumaterial führte lange Zeit ein Schattendasein. Heute, wo der Schwerpunkt zunehmend auf gesundes Wohnen und einen umsichtigen Umgang mit den Ressourcen gelegt wird, nimmt Lehm in seinen verschiedenen Formen immer mehr an Bedeutung zu. Hinsichtlich der Ökobilanz punktet der Baustoff gleich mehrfach. So ist Lehm örtlich verfügbar und kann dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden. Die Herstellung der Lehmprodukte benötigt nur wenig Energie. Bei der Verarbeitung entstehen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

 

Lehm gibt in Innenräumen keine Schadstoffe ab. Hinsichtlich der Anwendung im Innenausbau verbessert Lehm das Wohnklima. Entscheidend ist dabei seine Fähigkeit, in hohem Maße Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben. Hervorragende Schalldämmeigenschaften und der Beitrag zum sommerlichen Hitzeschutz machen Lehm ebenfalls zu einer guten Wahl.

 

Die häufigste Verwendung von Lehm ist als Putz und zunehmend auch im Innenausbau in Form von Lehmplatten. Diese bestehen aus mit Holzfasern armiertem Lehm, der zu Platten gepresst wird. Mit der Agaton Lehmplatte hat Thermo Natur eine zeitgemäße Ergänzung zu ihren Lehm-Produkten entwickelt. Lehm lässt sich in Form von Platten deutlich besser und schneller verarbeiten und reduziert durch die nur noch geringe Einbringung von Baufeuchtigkeit beim Verputzen die Trocknungszeiten auf etwa eine Woche. Damit verbunden ist eine deutliche Kosteneinsparung.

 

Dank einer Rohdichteklasse von 1,6 bietet die Agaton Lehmplatte einen außergewöhnlich guten Schallschutz und ist damit leichteren Werkstoffen weit voraus. Lehm ist nicht brennbar. Ideal ist zudem auch eine mögliche Kombination mit eingearbeiteten Wandflächenheizungs-Rohren.

 

Lehmplatten für den Innenausbau gibt es in verschiedenen Stärken im Rastermaß von 1.250 x 625 Millimeter. Innenwände, Holz und Metallständerwände, Trockenbau- und Lattenkonstruktionen sowie Dachschrägen und Decken können damit problemlos beplankt werden. Zudem können sie auch vollflächig auf feste Untergründe wie Kalksandstein- und Ziegelmauerwerk geklebt sowie auf Holzwerkstoffe und Schalungen geklammert bzw. geschraubt werden. Der passgenaue Zuschnitt der Lehmplatten erfolgt mit üblichen Werkzeugen wie Kreis- und Stichsägen oder Trennscheiben.

 

Die Oberfläche der Lehmplatten wird mit einer nur fünf bis sechs Millimeter starken Oberputzschicht versehen. Als vollflächige Armierung wird Glasseidengewebe eingearbeitet. Nach dem Trocknen folgt eine zweite Schicht aus Edel- oder Feinputz. Beim Bauernhaus fiel die Wahl auf Edelputz um statt homogener Flächen lebendig strukturierte Wände in unterschiedlichen Farbnuancen zu erhalten. Thermo Natur bietet hierfür 16 verschiedene Edelputze an, die je nach Rezeptur aus farbigen Tonen, gemischt-körnigen farbigen Sanden und Quarzen sowie Zellulose hergestellt werden.

 

“Lehm bietet eine unverwechselbare Materialästhetik und eine besondere sinnliche Attraktivität”, sagt Larry Weiss, Fachmann für Lehm und Innenausbau. Beim Bauernhaus hat er für jede Räumlichkeit verschiedenfarbige Edelputze verwendet, sie zum Teil untereinander gemischt und mit speziellen Verarbeitungstechniken aufgezogen. So sind immer neue effektvolle Oberflächenwirkungen entstanden.

 

Weitere Informationen unter www.thermo-natur.de.

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